Die NYSE möchte direkte Listings zur Kapitalbeschaffung als Alternative zum Börsengang zulassen

Die New York Stock Excange hat bei der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde „Securities and Exchange Commission“ beantragt, dass Unternehmen, die an die Börse gehen, Kapital durch eine direkte Notierung anstelle durch einen Börsengangs beschaffen können.

Dieser Schritt folgt der Kritik von Risikokaptalanlegern am traditionellen Börsengang.

Man ist sich einig, dass dieser neue Weg den traditionellen Börsengang nicht verdrängt. Es ist aber eine neue Möglichkeit an den öffentlichen Markt zu gelangen, Investoren zu beteiligen und Wachstumschancen zu eröffnen. 

Eine direkte Notierung hat sich bisher von einem Börsengang in dem Sinne unterschieden, dass dadurch keine neuen Mittel eingeworben wurden. Vielmehr ist es eine Möglichkeit für bestehende Investoren, ihre Aktien zu monetisieren. 

Im Jahr 2018 war das Musik-Streaming-Unternehmen Spotify Vorreiter bei der direkten Notierung, gefolgt von der Kommunikationsplattform Slack im Jahr 2019.  

Risikokapitalinvestoren setzen auf direkte Notierungen, um neue öffentliche Aktien besser bewerten zu können. Durch die direkte Notierung werden auch Beschränkungen des Aktienverkaufs durch Insider vermieden, zu denen häufig Risikokapitalgeber gehören. Diese sind kostengünstiger als ein Börsengang, an dem Unternehmen Banken bezahlen, um ein Aktienangebot zu zeichnen und ihren Aktienkurs bei Bedarf zu stabilisieren. 

Bei diesem neuen Direktmodell sollen alle von einem Unternehmen angebotenen Aktien – sogenannte Primäraktien – im ersten Trade an eine Vielzahl von Käufern verkauft werden. Aktien, die sich im Besitz bestehender Anleger befinden, werden als Sekundäraktien bezeichnet und können am ersten Handelstag verkauft werden. 

Das neue Modell wird eine direkte Notierung für Unternehmen attraktiver machen, aber es wird den Börsengang nicht über Nacht als beliebtesten Weg zum öffentlichen Markt verdrängen.