Shareholder Value & Investor Relations

Shareholder Value & Investor Relations – Kapitalmarkt & Unternehmen reden häufig aneinander vorbei

mbb

Shareholder Value – ein immer wieder viel diskutierter Ansatz. Was sind die Ziele des Shareholder Value Ansatzes? Einfach ausgedrückt: Die Berücksichtigung der Interessen der Anteilseigner. Ziel ist es, den Wert des Eigenkapitals zu erhöhen. Also wird ein auf Shareholder Value angelegte Unternehmenspolitik versuchen, den Kurswert der Aktien zu erhöhen.

Dummerweise kann der Kurswert der Aktien nur bedingt direkt erhöht werden. Denn der Kurs einer Aktie unterliegt vielerlei Faktoren. Bspw. der Konjunktur. Oder auch emotionalen Faktoren. Aus diesen Gründen greift man auf eine rechnerische Größe zurück. Das kann bspw. die abdiskontierten künftigen freien Cash Flows abzüglich des Marktwertes des Fremdkapitals sein.

Bekannte Methoden zur Ermittlung des Shareholder Values sind:
• Discounted Cashflow nach Rappaport
• Discounted Cashflow nach Copeland/Koller/Murrin
• Cashflow-Return-On-Invesmtent (CFROI) der Boston-Consutling-Group
• Economic-Value-Added (EVA) nach Stern/Stewart
Die Discounted Cash Flow (DCF)-Ansätze sowie das Economic-Value Added (EVA) sind zwei sehr unterschiedliche Ansätze. In der Literatur und am Kapitalmarkt (Analysten & Portfoliomanager) dominieren die Discounted Cashlfow-Modelle – ein Verfahren, dessen Basis zukünftig erwarteten Cash Flows sind. Unternehmen greifen aber häufig bei der Unternehmenssteuerung im Rahmen des Shareholder Value-Konzeptes auf das EVA zurück – ein Ansatz, der als Basis auf den aktuellen Residualgewinn zurückgreift.

Der Kapitalmarkt redet über Äpfel, die Unternehmen über Birnen
Hier wird deutlich: Portfoliomanager & Analysten fragen im Rahmen des DCF-Verfahrens nach künftig erwarteten Erfolgen, Unternehmen antworten im Rahmen des EVA-Modells mit dem aktuellen Residualgewinn. Portfoliomanager & Analysten wollen im Rahmen des DCF-Verfahrens das Risiko berücksichtigen, die Unternehmen berücksichtigen aber im EVA-Ansatz kein Risiko. Oder anders ausgedrückt: Man redet aneinander vorbei.

Was wollen Investoren?
Ganz einfach ausgedrückt: Informationen zur Abschätzung der künftigen Entwicklung. Was liefern die Unternehmen? Geschäftsberichte mit Zahlen zur Vergangenheit. Auch hier reden Investoren und Unternehmen häufig aneinander vorbei. Wie genau können solche Informationen aussehen? Gefragt sind solche Infos die dem Analysten & Portfoliomanager helfen, die Strategie des Unternehmens sowie seine Werttreiber zu verstehen.

Die Unternehmensstrategie als eines der zentralen Interessen der Investoren & Analysten
Was ist die Strategie des Unternehmens? Wie soll diese Strategie erreicht werden? Warum ist diese Strategie nach Meinung des Unternehmens die richtige Strategie? Wie sehen die Performance Management Prozesse aus? Welche Kennzahlen werden herangezogen, um die Umsetzung der Strategie zu messen? Wichtig dabei ist: Die Strategie muss heruntergebrochen werden auf messbare Größen.

Werttreiber – welche Faktoren machen das Unternehmen groß?
Was genau lässt das Unternehmen künftig zu dem großen Global Player werden, in den Investoren investieren wollen? Um dies zu entscheiden, benötigen Investoren Antworten zu den wichtigsten Werttreibern des Unternehmens. Was sind die Werttreiber innerhalb des Marktes, in dem das Unternehmen agiert? Wie ist das Unternehmen im Verhältnis zur Konkurrenz positioniert? Was sind zukünftig antizipierte Trends im Markt? Wie will das Management die aktuelle Position im Markt halten oder ausbauen?
Und dabei der wichtigste Transfer: Wie schlagen sich diese Werttreiber in den künftigen Cash Flows nieder? Und wie wird somit über die Werttreiber und die daraus resultierenden künftigen Cash Flows der Unternehmenswert gesteigert?